Knie-Endoprothetik:
Moderne Behandlungen bei fortgeschrittener Kniegelenksarthrose
Die Kniegelenksarthrose zählt weltweit zu den häufigsten Gelenkerkrankungen und kann im fortgeschrittenen Stadium zu starken Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und einem erheblichen Verlust an Lebensqualität führen. Fast ein Viertel der Bevölkerung (ca. 23,3%) ist im Verlauf des Lebens von Symptomen der Gonarthrose betroffen.
Konservative Therapieoptionen sowie Gelenkerhalt
In unserer orthopädischen Praxis setzen wir bei Vorliegen einer symptomatischen Kniegelenksarthrose zunächst auf bewährte konservative Behandlungsmöglichkeiten, um das Fortschreiten der Arthrose zu verlangsamen und eine Operation möglichst lange hinauszuzögern. Dazu gehören individuell abgestimmte Maßnahmen wie Physiotherapie, entzündungshemmende Medikamente, Injektionen mit Hyaluronsäure oder Eigenblut (PRP) sowie moderne Verfahren wie die fokussierte Stoßwellentherapie.
Wenn diese konservativen Optionen nicht mehr ausreichen und die Gelenkfunktion dauerhaft eingeschränkt ist, besprechen wir gemeinsam die Möglichkeiten eines operativen Eingriffs. Bei jüngeren Patienten mit erhaltenem Gelenkknorpel und einer Fehlstellung der Beinachse kann eine sogenannte Umstellungsosteotomie sinnvoll sein. Dabei wird die Beinachse so korrigiert, dass der belastete Gelenkanteil entlastet wird und das eigene Kniegelenk möglichst lange erhalten bleibt.
Kniegelenksersatz: Der Weg zur Endoprothese
Bei ausgeprägtem Gelenkverschleiß ist die Implantation einer Knie-Endoprothese häufig der beste Weg zu einer schmerzfreien, stabilen Gelenkfunktion. Wir verwenden in unserer Klinik moderne Knieprothesen der Firma MicroPort, die dem Prinzip der medial pivotierenden Knieprothese folgen. Dieses fortschrittliche Prothesendesign ahmt die natürliche Kinematik des Kniegelenks nach: Die innere Gelenkseite bietet Stabilität, während die äußere Seite eine sanfte Gleitbewegung zulässt. Dadurch fühlt sich das künstliche Gelenk für viele Patienten besonders natürlich an.
Wissenschaftliche Studien und internationale Endoprothesenregister, zeigen sehr gute Ergebnisse für medial pivotierende Knieendoprothesen sowohl in Bezug auf die Standzeit als auch auf die Patientenzufriedenheit. Laut aktueller Fachliteratur berichten viele Betroffene nach der Operation von einem stabilen und sicheren Bewegungsgefühl, vergleichbar mit dem eines gesunden Kniegelenks.
Vor dem Eingriff erfolgt eine umfassende Vorbereitung. Neben der klinischen Untersuchung und bildgebenden Diagnostik planen wir Ihre Knieprothese individuell bereits vor der Operation anhand von Röntgen- oder MRT-Daten. In einem ausführlichen Gespräch informieren wir Sie über den Ablauf der Operation, das Implantat, mögliche Risiken und die zu erwartende Genesungszeit.
Die eigentliche Operation dauert etwa 45 bis 90 Minuten und wird unter Spinalanästhesie oder Vollnarkose durchgeführt. Bereits am ersten Tag nach dem Eingriff beginnen wir mit der Mobilisation unter physiotherapeutischer Anleitung. Der stationäre Aufenthalt in der Klinik beträgt in der Regel 5-7 Tage.
Nachbehandlung und Rehabilitation
Im Anschluss folgt eine strukturierte Rehabilitationsphase, entweder ambulant oder stationär in einer Rehaklinik. Ziel ist es, Muskulatur und Beweglichkeit gezielt wieder aufzubauen, die Gangfunktion zu verbessern und Sie sicher zurück in Ihren Alltag zu begleiten. In vielen Fällen ist eine vollständige Wiederherstellung der Mobilität möglich – inklusive sportlicher Aktivitäten wie Wandern, Radfahren oder Schwimmen.
Die moderne Knie-Endoprothetik ist heute ein sicheres, bewährtes und standardisiertes Verfahren. Durch die Verwendung medial pivotierender Knieprothesen können wir unseren Patientinnen und Patienten ein besonders stabiles, natürliches Bewegungsgefühl und eine lange Haltbarkeit des Implantats bieten. Die Teilnahme am Endoprothesenzentrum (EPZ) bietet zudem ein Höchstmaß an Sicherheit und Qualität.
Wenn Sie unter chronischen Knieschmerzen leiden und eine individuelle Beratung zur Knieprothese wünschen, sprechen Sie uns gerne an. Wir begleiten Sie von der ersten Diagnostik bis zur vollständigen Rehabilitation – kompetent, menschlich und mit modernster Medizintechnik.